Gegen das Vergessen – ein Rückblick über die Exkursion zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

Ich glaube, jeder denkt bei dem Begriff „Auschwitz“ sofort an Hitler und die Ermordung mehrerer 100.000 Juden. Doch was hat es genau mit dem Konzentrationslager auf sich und was spielte sich dort ab? Diesen wichtigen geschichtlichen Bestandteil Deutschlands haben wir, die Schüler der Klasse 11, durch eine Exkursion genauer kennengelernt.

Geplant war ein 5-tägiger Ausflug mit drei Lehrern des Fachbereichs Geschichte. Die 8-stündige Anreise mit dem Bus war anstrengend, aber trotzdem waren alle sehr gespannt, was uns erwartet. Am 1. Tag erfuhren wir während eines Vorbereitungsworkshops allgemeine Informationen über die Entstehung vom Arbeitslager bis hin zum Konzentrationslager. Dadurch wurde versucht, uns psychisch auf die kommende Atmosphäre vorzubereiten. Danach besichtigten wir Auschwitz I - das anfängliche Hauptlager. Besonderes Augenmerk dieser Stätte war die Ausstellung von Unmengen von Koffern, Haaren, Kleidung und persönlichem Hab und Gut der Juden. Wie wir uns dort gefühlt haben, kann man gar nicht beschreiben. Obwohl der Holocaust jetzt schon 75 Jahre zurückliegt und wir nichts mehr mit der damaligen Zeit zu tun haben, haben wir uns dennoch irgendwie verantwortlich gefühlt und wollten uns bei den dort anwesenden Juden entschuldigen.

Den 2. Tag verbrachten wir in Auschwitz II - Birkenau, das eigentliche Konzentrationslager, was vor allem durch Filme wie „Schindlers Liste“ bekannt ist. Während der Führung durchs Lager wurde uns erzählt, dass insgesamt 1.1 Millionen Menschen allein in Auschwitz umgebracht worden sind. Dies ist eine Zahl, welche für uns schwer bzw. gar nicht zu realisieren ist. Wir standen vor den Ruinen der Gaskammern und man sagte uns, dass pro „Durchgang“ fast 2000 Menschen auf einmal vergast wurden. An der Stimmung von uns allen konnte man deutlich erkennen, wie uns diese Konfrontation emotional bewegt hat. Diese beklemmende Stimmung zog sich bis zur Rückkehr zum Hotel.

Am 3. Tag lernten wir während einer Führung, vor allem durch das alte jüdische Viertel, Krakau kennen. Danach konnten wir den restlichen Tag mit vier Stunden Freizeit dort ausklingen lassen. Während des gesamten Ausflugs herrschte eine sehr vertraute und entspannte Atmosphäre zwischen uns und den Lehrern. Außerdem war die Schulexkursion von ihnen super durchorganisiert.

Zusammenfassend war es eine gelungene, aber traurige Erfahrung und ist definitiv empfehlenswert!

von Lena Listner (11. Klasse)

Fachbereich Geschichte

„Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Aber die Nachwelt behält sich Korrekturen vor.‟

Ernst Reinhardt (*1932), Dr. phil., Schweizer Publizist; Quelle: Reinhardt, Gedankensprünge. Aphorismen, Friedrich Reinhardt Verlag, Basel 2003

Das Fach Geschichte wird in Sachsen durchgehend von der Klasse 5 bis 12 unterrichtet:

  • Klasse 5: eine Wochenstunde
  • Klassen 6-10: zwei Wochenstunden
  • Grundkurs: zwei Wochenstunden
  • Leistungskurs: fünf Wochenstunden

Der LK Geschichte wird am Sportgymnasium als dritter Leistungskurs angeboten. Die mündliche Geschichtsprüfung findet auf Grundkursniveau statt.

Lehrbücher:

Sekundarstufe I

  • Geschichte und Geschehen, Sachsen, Ernst Klett Schulbuchverlag

Sekundarstufe II:

  • im Grundkurs: Geschichte und Geschehen 11 und 12, Ernst Klett Schulbuchverlag
  • im Leistungskurs: Kursbuch Geschichte, Cornelsen/Volk und Wissen

Methoden:

Die Schüler werden zum Umgang mit verschiedenen Quellenarten befähigt. Dazu gehören u. a.:

  • schriftliche Quellen
  • Bildquellen (Karikaturen, Gemälde, Fotos, Plakate)
  • Karten
  • Statistiken/Diagramme

Unsere Projekte:

Darüber hinaus sollen auch Kompetenzen gefördert werden, die außerhalb des Geschichtsunterrichts eine Rolle spielen. Trotz starker Trainingsbelastungen sind wir dabei bestrebt, den Lernort Schule zu verlassen und mit den Schülern Museen bzw. Gedenkstätten aufzusuchen:

  • ab Klasse 5: Besuche im Archäologischen Museum
  • Klasse 8 und 11: Führungen im Industriemuseum
  • ab Klasse 9: Fahrten zu verschiedenen Gedenkstätten, wie z. B.  Sachsenhausen und Buchenwald

Zusätzlich finden Diskussionen mit Zeitzeugen statt.